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Auf einen Blick

Foto: Afghanische Frauen bei der Handarbeit

Ort

Herat
 

Status

Projekt läuft
 

Projektleiterin

Heide Kässer

 

Fotos

Rebecca Schmid

Studentinnen-Projekt an der Universität Herat

Mit dem Studentinnen-Projekt unterstützt die DAI z. Zt. 20 junge Frauen: angehende Ärztinnen, Lehrerinnen, Juristinnen, Ingenieurinnen, Verwaltungsfachfrauen, die motiviert sind »zum Fortschritt ihres Landes beizutragen« – wie Majedah schreibt, eine ehemalige Studentin, die jetzt als Lehrerin in Herat arbeitet.

 

Jede unserer Studentinnen hat eine berührende Geschichte, so z.B. Tarina. Sie stammt aus der Provinz Nimruz, im äußersten Südwesten Afghanistans. Der Vater ist arbeitslos, sie hat neun Geschwister. Von der Familie kann sie kaum unterstützt werden, aber im Studentinnen-Wohnheim in Herat erhält sie ein Bett und eine einfache Mahlzeit. Sie studiert Medizin mit großem Engagement, nach dem Examen will sie sich auf Gynäkologie spezialisieren und in ihre Heimatprovinz zurückkehren.

 

Wir unterstützen Tarina mit 25 Euro monatlich. Obwohl die Universität Herat keine Studiengebühren erhebt, braucht Tarina das Geld für das Studium. An der Bibliothek fehlen wichtige Fachbücher, die privat angeschafft werden müssen. Und sie kann nun die Sammelrikscha bezahlen, um vom Wohnheim zur 7 km entfernten Universität zu gelangen.

 

 

Die Leiterin des Projekts, Heide Kässer und Rateb Azimi, der Repräsentant der DAI in Herat, mit einer Rikscha vor dem Wohnheim, Mai 2013.

Afghanische Studentinnen zeigen sich in der Öffentlichkeit in der traditionellen Kleidung: ein großes, bedrucktes und leichtes Tuch bedeckt den Kopf und den Körper bis zu den Füßen. Obwohl die Studentinnen in ihrem Streben nach Bildung und Berufsausbildung die Tradition der Frauenrolle in ihren Familien hinter sich gelassen haben: in der Kleidung sind sie traditionell – im Gegensatz zu den männlichen Studenten.

 

 

Studentinnen und Studenten auf dem Campus der Universität Herat, Mai 2013.

Studierende Frauen sind für Afghanistan keine vollkommen neue Erscheinung. Es waren die Töchter der Oberschicht, die in der Mitte des 20. Jahrhunderts in Kabul oder im Ausland studierten. Neu ist, dass nun auch Mädchen aus armen Familien den Weg an die Universität finden und die schwierige Aufnahmeprüfung riskieren. Es sind diese Studentinnen, die wir unterstützen.

 

Ein Anliegen des Projekts war von Anfang an die Kommunikation zwischen den Spendern in Deutschland und den Studentinnen. Doch die Kommunikation in ihrer Muttersprache Dari, der afghanischen Form des Persischen, gestaltet sich schwierig: die Briefe müssen mit Boten geschickt werden. Denn es gibt in Herat keine Post, in einem Land, dessen Bevölkerung in weiten Teilen bis vor wenigen Jahren weder lesen noch schreiben konnte. Und die Briefe müssen hier übersetzt werden. So bietet sich die Kommunikation über das Internet und in englischer Sprache an.

 

Die Studentinnen sind sehr daran interessiert, ihre Englischkenntnisse zu verbessern und wir können ihnen dazu Unterricht vermitteln. Eine Vereinbarung mit der Universität Herat ermöglicht es uns, mit der IT-Abteilung zusammenzuarbeiten und den Studentinnen ein spezielles Angebot im Computerunterricht zu bieten.

 

 

Studentinnen bei der Arbeit am Computer in der IT-Abteilung, Mai 2013.

Seit Beginn des Jahres 2013 betreut Laila, die ihr Studium der Literaturwissenschaft abgeschlossen hat, die Studentinnen. Sie trifft die Gruppe einmal im Monat und berichtet der DAI darüber. Auf diese Weise erfahren wir über Studienbedingungen und -fortschritte, über Examen und Berufsaussichten.

 

Seit Gründung des Projekts im Jahr 2008 haben Menschen in Deutschland mitgeholfen, dass junge Afghaninnen studieren und Examen machen konnten, um einen Beruf auszuüben. Wir sind bestrebt, mit den früheren Studentinnen in Verbindung zu bleiben, denn von ihren Erfahrungen können die jetzigen Studentinnen profitieren.

 

 

Examen an der Universität, Mai 2013.

Das Leben in Afghanistan ist für die meisten Menschen sehr schwer und die Angst vor einem möglichen Bürgerkrieg nach dem Abzug der westlichen Truppen ist groß. Dass es trotzdem Hoffnung für die Zukunft gibt, dazu wollen unsere Studentinnen beitragen.

 

Wir in Deutschland können sie dabei unterstützen.

 

Spenden

Jede Studentin erhält 25 Euro monatlich (abzüglich 10% Verwaltungskosten) in afghanischer Währung ausbezahlt. Für eine Studentin kann eine Patenschaft übernommen werden. Spenden allgemein und in jeder Höhe helfen den Studentinnen und dem Projekt.

 

Bei allen Spenden: Stichwort »Studentinnen«.

Unser Konto

Deutsch-Afghanische Initiative e.V.
Kontonummer 16 658 405
Volksbank Freiburg, BLZ 680 900 00
IBAN DE44 6809 0000 0016 6584 05
BIC GENODE61FR1

Im Bereich Spenden & Sponsoring erhalten Sie mehr Informationen zu Spenden.

Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung.

 

Text: Heide Kässer
Fotos: Rebecca Schmid


 
 

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