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Foto: Zelte im Flüchtlingslager
Foto: Flüchtlinge - Kinder

Situation der Flüchtlinge

Nach Angaben von UNHCR verzeichnete Afghanistan Ende 1999 bzw. Anfang 2001 die größte Anzahl von Flüchtlingen weltweit - Pakistan hatte etwa 2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen, Iran 1,9 Millionen. Auch nach 25 Jahren sind afghanische Flüchtlinge im Iran rechtlos und ohne Anerkennung. In Pakistan standen sie vor allem unter ökonomischem Druck. Dazu kommen knapp 1 Million Inlandsflüchtlinge. Allein um Herat sollen 200 000 Flüchtlinge Zuflucht gesucht haben. Die Zahlen erhöhten sich erheblich  infolge der riesigen durch die Bombardierung Afghanistans durch die Amerikaner und die internen Auseinandersetzungen ausgelösten Fluchtwelle.

 

Viele Menschen verließen die ländlichen Gebiete des Landes, weil die Versorgungssituation dort aufgrund der jahrelangen Dürreperiode, der Zerstörung der Lebensgrundlage von Nomaden durch den Verlust von Tieren im Kältewinter 2007/2008  katastrophal schlecht ist. Dazu kommt vor allem die Perspektivlosigkeit auf dem Land, denn ihre Produkte, mit Bauern und Nomaden vor 2002 einen Gegenwert in Geld erwirtschaften konnten, sind konkurrenzlos gegen das importierte Billiggetreide, das jetzt Afghanistan überschwemmt.

 

Mauod Farhatyar erinnert sich an die Aussage eines afghanischen Getreidehändlers, derzufolge der Import von Billiggetreide mörderische Auswirkungen hat. „Wenn das Nomadentum in Afghanistan zugrunde geht, geht Afghanistan zugrunde.“

 

Wirtschaftlich war in dieser Situation allein der Mohnanbau. Eine andere Möglichkeit zu überleben war die Flucht in die Flüchtlingslager der großen Städte. Hier erhofften sich die Flüchtlinge aus den ländlichen Gebieten eine Versorgung mit Lebensmitteln durch die großen Hilfsorganisationen. Dann wurden in den Städten nicht selten Nomaden oder Bauern zu Autowäschern oder etwas ähnlichem.

 

In den Jahren 2002-2008 kehrten laut  UNHCR (estimated population and assisted returnees) eine Zahl von mehr als 4,5 Millionen nach Afghanistan zurück. Sie hätten Unterstützung gebraucht für den Wiederaufbau ihrer Existenz. Aber alles, was sie bekamen, waren 50 Kilo Weizen und 20 bis 50 Dollar pro Person. Die UNHCR bezeichnet sie als assisted returnees. Aber die Rückkehrer wurden von Anfang an wie Bettler behandelt. Unserem Urteil nach wäre es besser gewesen, Dorfstruktur und einheimische Landwirtschaft aufzubauen.

 

Überarbeitet und ergänzt: Yvonne El Saman und Masuod Farhatyar, Oktober 2010

 

Quellen: UNHCR (UN High Commissioner for refugees) Report 2008, 2009 und 2010.

 

 

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